Die Regenbogenflacke mit Friesland

Wie ist die Meinung auf dem Land?

Homosexualität in Friesland

Homosexuelle Personen gibt es viele in Friesland. Doch werden sie immer akzeptiert? FRI News fragt nach.

Früher war alles einfacher: Entweder man war heterosexuell oder man war es nicht. Heutzutage ist es schon etwas schwieriger. Nach der Legalisierung der „Ehe für alle“ im Oktober 2017 ist auch in Deutschland das Bewusstsein über den schwulen und lesbischen Bevölkerungsanteil größer.

Doch nur weil man weiß, dass es homosexuelle Paare gibt, heißt das nicht, dass man es auch akzeptiert. In einer Umfrage fragte FRI News, welche Meinung Passanten zum Thema haben: Was halten Sie von Homosexualität?

Nachgefragt auf dem Wochenmarkt

Gleichgeschlechtliche Ehe in Friesland

Dies ist die Meinung einiger Passanten. Doch das muss nicht unbedingt repräsentativ sein. Wie sieht es mit der Ehe für alle aus? Diese erlaubt homosexuellen Paaren zu heiraten und ist am 1. Oktober 2017 in Kraft getreten. Wie viele gleichgeschlechtliche Eheschließungen hat es seitdem gegeben?

Die Antwort: Nicht sehr viele. Bei den Standesämtern in Schortens und Jever beispielsweise gehen nur wenige Anträge homosexueller Paare ein. Das Standesamt in Jever zum Beispiel beurkundete seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Eingetragene Lebenspartnerschaft im August 2001 bis heute nur 22 Lebenspartnerschaften. Anträge auf Eheschließungen gab es noch keine. Nach Aussage der Standesbeamtin „passt alles in eine Akte“.

Die Meinung der Jugendlichen

Was sagen Homosexuelle dazu? Eine siebzehnjährige Bisexuelle aus Accum berichtet im Interview, dass sie in Friesland kein Problem damit hat, offen mit ihrer Sexualität umzugehen. Sie beschreibt zwar Friesland als „unaufgeklärt, wenn es um Sexualitäten geht“, aber auch als einen guten Ort für schwule und lesbische Jugendliche. Große Städte wie Berlin würde sie in diesem Bezug Accum nicht vorziehen. Jedoch beschreibt sie auch allgemeine Probleme, denen sich homosexuelle Jugendliche gegenübersehen: So reagieren viele Leute skeptisch bei einem Coming-Out. Die Angst, dass die homosexuelle Person auf einen stehen könne, sei groß.

Anders beschreibt es eine weitere Siebzehnjährige, die eine homosexuelle Freundin hat.  Sie habe kaum über das Coming-Out ihrer Freundin nachgedacht und es beinah sogar vergessen, da sie ihre Freundin nicht auf ihre Sexualität reduziere.

Ein Jugendlicher aus Middelsfähr schildert die Nachteile an der Homosexualität in kleineren Orten wie Friesland. So könne es oft nerven, wenn schwule oder lesbische Leute ihre Sexualität anderen ungefragt aufzwingen – sie gerade „rausposaunen“ – und sich dann über Skepsis oder Intoleranz beschweren. Auch fühle man sich als Heterosexueller unwohl, da man nicht wisse, wie man reagieren solle, geschweige denn, wie man jemanden höflich nach seiner Sexualität fragt.

Er bringt auch den Punkt auf, dass Friesland eine etwas ältere Bevölkerung habe, welche durch ihre Erziehung und alte Richtlinien nicht so tolerant gegenüber Homosexualität sei wie Jugendliche. Diese würden täglich mit diesem Thema in Verbindung kommen und seien entsprechend um einiges aufgeklärter.

Laut Demografiebericht der Bertelsmann Stiftung liegt das Durchschnittslater in Friesland bei 50 Jahren. Der durchschnittliche Berliner ist knapp 43 Jahre alt.

 

Eine Sache, auf die sich alle drei Jugendliche einigen konnten: Schwul ist cool. Es gibt zwar noch einige Sachen, die im Bezug auf Homosexualität in Friesland zu verbessern wären, jedoch sind sowohl homo- als auch heterosexuelle Jugendliche mit der jetzigen Situation zufrieden.

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