Der Bundestag verwirklicht in Kooperation mit dem amerikanischen Kongress den Traum von Vielen, für mehrere Monate in einem fremden Land zu leben.
von Neele Jakobs, Sabrina Straßmann, Yasmina Palma
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Bundestag lädt nach Amerika ein

Das PPP ermöglicht einen Austausch von Kultur und Politik zwischen Deutschland und den USA. Bald ist es auch für eine Schülerin der IGS Friesland Nord so weit.

Bundestag lädt nach Amerika ein

Amerika, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Für ein Jahr den amerikanischen „school spirit“ erleben  – und das auf Staatskosten. All das ist möglich mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP). Ein Auslandsstipendium mit Förderung des deutschen Bundestages und in Kooperation mit dem amerikanischen Kongress.

Aber was ist das PPP überhaupt?

Das PPP wurde 1983 ins Leben gerufen. In Kooperation mit dem amerikanischen Kongress gehen und kommen jährlich um die 300 junge Erwachsene und Schüler in die USA und nach Deutschland. Als Ziel haben sich die Länder gesetzt, politische und kulturelle Wertvorstellungen des jeweiligen Landes zu übermitteln und neue Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen. Dieses Programm wird dabei durch verschiedene Organisationen, wie zum Beispiel AFS (American Field Service), YFU (Youth For Understanding) und GIVE geleitet. In jedem der 299 deutschen Wahlkreise wird jährlich ein Stipendiat ausgewählt und einer Organisation zugeordnet.

Im Gespräch mit Michael Reinold

Regierungsdirektor Michael Reinold kümmert sich im Deutschen Bundestag um die Verwaltung des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes. Seit 1996 stellt er die Verbindung zwischen Politik und den Austauschorganisationen dar.
Laut ihm waren die Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland Ende der 1970er Jahre durch verschiedene Ursachen und Einflüsse geschwächt. Um die Freundschaft der beiden Länder wieder aufzubauen, wurde das Programm ins Leben gerufen. Jährlich stellt der deutsche Bundeshaushalt 5 Millionen Euro zur Verfügung, um den Austausch zu ermöglichen. Die Stipendiaten sollten eine Weltoffenheit mitbringen und auch die Fähigkeit besitzen, ohne Überheblichkeitndas eigene Land zu repräsentieren. Dies kann man zum Beispiel durch Präsentationen, Spiele und landestypische Gerichte erreichen. Berichten und Erfahrungen ehemaliger Teilnehmer kann man entnehmen, dass der Austausch hinsichtlich der Sprache und der internationalen Verknüpfungen einen positiven Einfluss
hat. „Das Programm hat besonders im Beruf und im sozialen Bereich Vorteile. Viele halten auch den Kontakt zu ihren Gastfamilien“, beobachtet Reinold.
Die derzeitige Regierung unter Donald Trump setze jedoch andere Prioritäten und halte eine Kürzung der entsprechenden Gelder für das Programm für angemessen. Reinold: „Gerade deswegen sollte man den internationalen Kontakt weiterhin aufrecht erhalten. Durch den Austausch lernt man zudem etwas über die Hintergründe der politischen Situation und kann Verständnis erlagen.“

„Amerika ich komme!“

Die 16-jährige Neele Jakobs, eine Schülerin der IGS Friesland Nord, erhielt dieses Jahr solch ein Stipendium.
Im Sommer 2017 startet ihre Reise nach Topeka, die Hauptstadt von Kansas. Dort wird sie in einer dreiköpfigen Gastfamilie leben und eine heimische High School besuchen. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg.
Im Frühjahr 2016 hat sie eine Kurzbewerbung zu der zuständigen Austauschorganisationen AFS gesendet. Nach einer ausführlichen Bewerbung wurde sie im November zu einem Auswahltag eingeladen. Dort wurden die Persönlichkeit, die Sprachkenntnisse und das politische Wissen der Bewerber getestet. Nach einigen Tagen kam die Bestätigung, dass Neele unter den letzten zwei Bewerbern des Wahlkreises war. Sie wurde nach langem Warten zu einem Gespräch mit einem Bundestagsabgeordneten eingeladen, der ihr dann später die Zusage mitteilte. Dann ging es, zur Suche der passenden Gastfamilie, mit der vollständigen Bewerbung los. Eine Vorbereitungswoche in Berlin folgte. Am 31. Mai 2017 kam dann die Nachricht über die gefundene Gastfamilie. Am 10. August geht es endlich ab ins Abenteuer. Und es heißt für Neele „Amerika ich komme!“.

Wurde euer Interesse für das PPP geweckt?

Dann könnt ihr euch auf der Seite des deutschen Bundestages http://www.bundestag.de/ppp für ein Stipendium 2018/2019 bewerben.

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