Magnology 2017
von Melissa Incekan, Falk Hoheisel, Julia Krämer, Reka Böckmann
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Kreativ sein mal anders

Cosplay

Ein Einblick in die Welt des unbekannten Phänomens "Cosplay" und die Wahrheit über ihren negativen Ruf.

Cosplay - seltsame Außenseiter oder Kreativität, die verbindet?

Viele Außenstehende sehen diesen japanischen Kult eher als fragwürdig, können dennoch nicht viel mit dessen Begriffen anfangen. So fragen wir uns: Was genau ist „Cosplay“ eigentlich?
Cosplay, ein Kofferwort aus „costume“ und „play“, ist ein Verkleidungstrend aus Japan. In den 1990er Jahren gewann dieser Trend zusammen mit Manga und Anime in den USA und in Europa schlagartig an großer Beliebtheit. Cosplay beschreibt die Darstellung einer Person durch ein Kostüm – nicht nur aus Animes/Mangas, sondern auch aus Comics, Filmen und Computerspielen. Nicht selten werden die Kostüme von den sogenannten „Cosplayern“ selbst angefertigt, jedoch kann man diese heutzutage auch online ergattern oder professionell herstellen lassen gegen eine entsprechende Gebühr. Es wird versucht, das Aussehen und sogar den Lebensstil möglichst nah am Original zu verkörpern. Die oberflächlich angesehene Vernarrtheit ist in der Tat nur leidenschaftliche Kreativität. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt; Charaktere werden frei interpretiert und auch das andere Geschlecht wird oftmals dargestellt.
Gruppenfoto von Cosplayern
Auf Conventions (kleine Veranstaltungen für Cosplayer, Gamer und anderweitig Interessierte) kann man sein Können anderen Begeisterten präsentieren. Meistens finden auf diesen Veranstaltungen Wettbewerbe für mutige Cosplayer statt. Die Wettbewerbe sind in viele Kategorien gegliedert. Während der Auftritte bewertet die Jury die Originalität, das Auftreten und die saubere Arbeit am Kostüm.
Um unseren Eindruck zu vertiefen, haben wir uns am 10. Juni auf die Convention „Magnology“ in Hamburg begeben. Schon auf dem Weg zum Hamburg Cruise Center fanden wir einige Cosplayer vor. Als wir der bunten Masse folgten, fanden wir uns mitten im Getümmel der Convention wieder. Die heitere Stimmung war schnell bemerkbar. Fans kauften sich Artikel ihrer Lieblingsmedien, kleine Konzerte waren zu hören und viele Fotografen rannten hektisch umher, um die Werke der verkleideten Künstler einzufangen. Als wir im Herzen der Convention waren, trafen viele verschiedene Welten aufeinander: Cosplayer, Gamer, japanische Mode (Lolitas), Mangaleser sowie Künstler, die mit ihren eigenen Zeichnungen und Geschichten warben.

Auch hier wurde ein kleiner Wettbewerb organisiert, bei dem man tolle Preise gewinnen konnte – unter anderem eine Konsole, die Nintendo Switch, und Rohstoffe für die Cosplayverarbeitung. In dieser Umgebung fanden wir die sympathische Michelle H., welche freundlicherweise bereit für ein Interview mit uns war.

FRI News: Was trägst du heute für ein Cosplay?
Michelle: Eine Eigenkreation als griechischer Satyr.

FRI News: Was macht deine Kreatur?
Michelle: Ein Satyr bekämpft die Vermenschlichung der Welt und schützt den Wald mit seinen Tieren.

FRI News: Wie lange cosplayst du schon?
Michelle: Seit ca. fünf Jahren.

FRI News: Was war damals dein erstes Cosplay?
Michelle: Belphegor aus dem Anime „Re:Born“.

FRI News: Wie bist eigentlich zum Cosplayen gekommen?
Michelle: Durch Zufall. Eine Freundin von mir steckte mich in eines ihrer Kostüme und nahm mich spontan auf eine Convention mit. Dort habe ich mich in die Community verliebt.

FRI News: Hast du früher schon Animes geguckt, die oft als Inspiration dienen können?
Michelle: Ja, habe ich. Ich habe den Zeichenstil geliebt und zeichne auch heute selbst in der Richtung.

FRI News: Was machst du ansonsten in deiner Freizeit, abseits vom Cosplay?
Michelle: Ich lerne für mein Abitur. Ich spiele gerne Klavier und Orgel, und reite für mein Leben gern. Am Ende des Tages gilt meine größte Leidenschaft aber meiner Katze.

Rechts: ZumiCos, Links: Chise Yuki Cosplay

Mit all diesen Erkenntnissen nach der „Magnology 2017“ bestätigte sich unser Eindruck des starken Bundes innerhalb dieser Community. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und fühlten eine gewisse Geborgenheit durch die Gelassenheit der Anwesenden. Die offene Art vieler Besucher machte es einfach, mit anderen zu kommunizieren und neue Kontakte zu knüpfen. Es war offensichtlich, dass Cosplay zwar ein Teil der Interessen der genannten Community ist, aber auch andere Bereiche von den Mitgliedern mit Leidenschaft vertreten werden.
Abschließend kommt man zu dem Fazit, dass Cosplay einen nicht zum Außenseiter macht, sondern einem eine Tür zu einer neuen Welt öffnet, in der Zusammenhalt großgeschrieben wird.
In diesem Sinne: Sayōnara ~

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