Im Interview mit FRI News erklärt der Klimaaktivist Lennart Tiller aus Zetel, was Jugendliche gegen den Klimawandel tun können.
von Lea Mutzke
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#FridaysForFuture

„Der Staat schützt uns nicht, also müssen wir Gesetze brechen“

Lennart Tiller aus Zetel will sich für den Klimaschutz inhaftieren lassen. Der 22-Jährige studiert Politik und Informatik in Amsterdam. Dort engagiert er sich auch in der Bewegung „Extinction Rebellion“. In einem Vortrag in Varel-Rallenbüschen erklärte er jetzt, warum es an der Zeit ist, die Schule zu schwänzen.

„Das Klima ist in der Krise. Wir haben einen Notstand“, so Tiller. Wir erleben ein Artensterben wie zur Zeit der Dinosaurier. In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Erde um ein Grad erwärmt, wobei der Großteil der Erwärmung seit 1980 passiert ist. „Die Erde erwärmt sich immer schneller, weil Prozesse sich gegenseitig verstärken“, weiß Tiller. So sorge abschmelzendes Gletschereis dafür, dass Sonnenlicht nicht mehr reflektiert, sondern auf dunklen Gesteinsflächen absorbiert wird und so wiederum Wärme erzeugt. „Bei drei Grad Erwärmung rechnen wir mit einem Austrocknen des Amazonas. Dann kann der Wald Kohlendioxid nicht mehr speichern, sondern setzt im Gegenteil bei Waldbränden CO2 frei.“
Lennart Tiller will, dass Politik endlich Tacheles redet. Er fordert eine radikale Wende in der Klimapolitik: „Wir haben einen Vertrag: Der Staat schützt uns. Und dafür halten wir uns an seine Gesetze. Aber der Staat schützt uns nicht, also müssen wir Gesetze brechen.“

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