Der verlassene Elisenhof
von Alicia Hartung, Anne Schiller, Vanessa Barwan, Etta Schoof
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Der verlassene Elisenhof

In der verfallenen Elisenhof-Villa in Schweinebrück sollen Ferienwohnungen mit Wellnessoase entstehen. Die Gemeinde Zetel ändert dafür ihren Flächennutzungsplan. Zeitzeugin Kea Warnken erzählt die Geschichte des 110 Jahre alten Gemäuers.

Die wahre Geschichte des Elisenhof

Versteckt zwischen Bäumen, steht der Elisenhof in der Pohlstraße kurz vor Neunburg. Über das 9,6 Hektar große Grundstück wird sich heute noch viel erzählt. Vor Ort trafen wir uns mit den heutigen Besitzern Günther und Karin Möhlmann. Zudem befragten wir auch die Zeitzeugin Kea Warnken.

 

Wir schreiben das Jahr 1907. Der Konditormeister Johann Brunken lässt die Villa mit Stallgebäude erbauen und benennt diese nach seiner Frau Elise Brunken, die eine geborene Warnken war. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, der aufgrund seiner Behinderung stets versteckt wurde. Dieser verstarb jedoch schon in jungen Jahren.

 

Zu der Zeit ist Johann bereits 41 und Elise 39 Jahre alt. Somit kann man wohl ausschließen, dass das Haus ein Geschenk zur Hochzeit war, anders als es heutzutage erzählt wird. Man kann also nur vermuten, was der Grund der Erbauung war.

 

Genaue Daten der Wohnfläche sind wegen fehlender Baupläne unbekannt. Das Grundstück beinhaltete einen parkartigen Garten, in dem ebenfalls ein Obstgarten seinen Platz hatte. Dieser wurde von Elise Brunken selbst gepflegt.

Ebenfalls wurde auf dem Gelände Landwirtschaft betrieben. Die Familie Brunken hatte sowohl dort, als auch im Haus Angestellte.

 

Die Neffen Ernst und Hermann Eilers erbten das Grundstück und verpachteten es 1941 an die Landfrauenschule, die sich vorher im Schloss Neuenburg befand, da zu dem Zeitpunkt ein Lazarett im Schloss entstehen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde aus dem Schloss dann vorerst ein Krankenhaus.

Der Landfrauenverein wird 1946 im Elisenhof gegründet. Die Leiterin Frieda Schulze und andere Frauen lebten bis 1951 dort.

 

Am 19. Januar 1952 erscheint in der Zeitung „Der Gemeinnützige“ ein Artikel über den Elisenhof. Zu dieser Zeit ist er unbewohnt und die Frage über eine Verwendung ist noch ungeklärt. Geplant war ein Heim für pensionierte Pastoren, was jedoch an den hohen Kosten für einen Umbau scheiterte. Die Räumlichkeiten konnten nicht für private Zwecke, wie zum Beispiel für die Unterbringung von Familien, genutzt werden, da die Zimmer zu groß und geräumig waren.

 

Ein Jahr später wurde Verwendung für die Villa gefunden. Ein Kindererholungsheim entstand für Flüchtlingskinder aus zerbombten Gebieten des Krieges. Jeweils 20 Jungen und Mädchen fanden in den 14 vorhandenen Räumen ein vorübergehendes Zuhause für sechs Wochen.

 

Mitte der 60er Jahre kaufte dann Heinz Hilmer das Haus. Seine Frau kümmerte sich bis 1974 um Landwirtschaft und Viehzucht. Durch die Scheidung der Eheleute wurde es im selben Jahr jedoch wieder verkauft.

 

Dann erwarb Familie Elsmann den Hof und lebte dort einige Jahre.

 

In den späten 1990er Jahren ging der Elisenhof an Walter Heicken über, der diesen ürsprünglich restaurieren wollte. Nach einem bereits gescheiterten Kaufversuch vor 13 Jahren gehört das Grundstück nun seit März Günther und Karin Möhlmann.

 

Jedoch ist das Gebäude durch Vandalismus in einen sehr schlechten Zustand geraten. Einrichtungsgegenstände, wie die antike Mahagoni–Treppe oder auch die alten Türen, wurden dabei stark in Mitleidenschaft gezogen und teilweise komplett zerstört (siehe Bildergalerie). Karin Möhlmann war sichtlich betroffen; daher soll nun eine Alarmanlage eingebaut werden, die unerwünschte Eindringlinge fernhält. Die neuen Besitzer wollen ebenfalls erreichen, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gesetzt wird. In einem Zeitraum von drei Jahren soll alles komplett renoviert/ restauriert und saniert werden, um dort Ferienwohnungen entstehen zu lassen. Es soll zudem auch ein Spielplatz entstehen und die Parkanlage wieder aufgearbeitet werden. Damit darf das Ehepaar Möhlmann ab Oktober 2017 beginnen.

 

Laut unserer Zeitzeugin Frau Kea Warnken, die selbst in Schweinebrück lebt, erfreuen sich dessen Bewohner sehr über das Wiederaufleben des Elisenhofs.

 

Da es auch viele Gerüchte um das Gebäude gibt, befragten wir sie zu dem Thema. Diese konnte sie aber nicht bestätigen und sind wohl eher unwahrscheinlich.

 

 

(von Anne Schiller, Alicia Hartung, Etta Schoof und Vanessa Barwan)

 

 

Geschichte des Elisenhofs

Die wichtigsten Stationen der Geschichte des Elisenhofs

1907
Konditormeister Johann Brunken lässt die Villa bauen

Konditormeister Johann Brunken lässt die Villa bauen

Der Konditormeister Johann Brunken lässt die Villa mit Stallgebäude erbauen und benennt diese nach seiner Frau Elise Brunken, die eine geborene Warnken war.

1941

Die Neffen Ernst und Hermann Eilers erben das Grundstück und verpachten es an die Landfrauenschule, die sich vorher im Schloss Neuenburg befand, da zu dem Zeitpunkt ein Lazarett im Schloss entstehen musste. 

1946

Gründung des Landfrauenvereins.

1951

Die Leiterin des Landfrauenvereins Frieda Schulze und alle weiteren Mitglieder verlassen den Elisenhof.

1953

In die Villa zieht ein Kindererholungsheim

1965

Heinz Hilmer und Frau kaufen die Villa. Sie betreiben dort bis 1974 Landwirtschaft und Viehzucht.

1974

Familie Elsmann erwirbt den Hof.

2017
Umbau und Einrichtung mehrerer Ferienwohnungen

Umbau und Einrichtung mehrerer Ferienwohnungen

Elisenhof heute. Im Besitz der Eheleute Möhlmann. Geplant über eine Bauzeit von 3 Jahren ist die Entstehung von Ferienwohnungen im Elisenhof. Ebenso sind ein Spielplatz und die Sanierung der Parkanlage vorgesehen.

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Kommentar von Kyra Dämmig |

Ich freue mich darüber das der Elisenhof nun renoviert werden soll. Ich gehe nun seit Jahren schon daran vorbei und bedauer das die alte Villa so zerfällt.

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