Mustafa Fakhro (Vorsitzender) und Nadine Schulz (Stellvertreterin) stellten sich den Fragen der FRI News Redaktion.

Kreisjugendparlament

Politische Stimme der Jugend auf dem Vormarsch

Nach 100 Tagen im Amt ziehen Vorsitzender Mustafa Fakhro (19) und seine Stellvertreterin Nadine Schulze (18) eine erste Bilanz. 

Seit September vergangenen Jahres stehen die Mitglieder des Kreisjugendparlaments Friesland fest. Sie wählten einen Vorstand und hielten erste Sitzungen. Was sind also die Ergebnisse dieser ersten Zeit in Amt? FRI News fragt nach.

In welchem Gremium seid ihr und weshalb habt ihr euch dafür entschieden?

Nadine: Ich bin im Ausschuss Umwelt, Abfall und Landwirtschaft, weil ich finde, dass Umwelt und Natur generell sehr wichtig sind. Außerdem denke ich, dass Jugendliche nicht nur in eigener Sache mitbestimmen sollen. Umwelt ist auch etwas, das Jugendliche angeht. Besonders, wenn sie älter werden.

Mustafa: Ich bin im Jugendhilfeausschuss. Da wird alles, was Jugend betrifft, angesprochen. Für mich ist das der Ausschuss, in dem ich am meisten für die Jugendlichen tun kann.     

 

 Ihr seid jetzt schon mehr als 100 Tage im Amt. Was habt ihr erreicht?

Mustafa: Wir haben einige Veranstaltungen organisiert. Gleich an dem Montag nach unserer Konstituierung hatten wir eine Diskussion mit den fünf Bundestagskandidaten. Viele Jugendliche kamen und konnten zu Themen wie Mobilität oder Europa Fragen stellen. Am 27. Januar um 19 Uhr findet eine Judengedenkveranstaltung im Schortenser Rathaus statt. Diese interaktive Veranstaltung für Jugendliche geschieht in Kooperation mit Yulian Ide. Er hat seine Master-Arbeit über die jüdische Familie Sollmitz aus Schortens geschrieben. Sein Wunsch ist, dass eine Gedenktafel an dem alten Wohnort der Familie errichtet wird. In diesem Zusammenhang hat er uns angesprochen, ob wir als Kreisjugendparlament dies unterstützen. Am Tag der Befreiung von Ausschwitz findet daher eine Gedenkveranstaltung statt. Yulian Ide wird referieren und Jannes Wiesner, einer der Jugendparlamentarier, wird eine kurze Rede über die Verantwortung der Jugendlichen bezüglich der Erinnerungskultur halten.

 

Hattet ihr auch schon irgendwelche Rückschläge?

Mustafa: Eigentlich werden wir überall positiv aufgenommen. Wir hatten bisher noch nichts, wo uns die Türen verschlossen wurden.

 

Wurdet ihr manchmal wie „kleine Kinder“ behandelt, da ihr noch so jung seid?

Nadine: Nein. Bisher wurden wir immer wahrgenommen, auch autoritär und auf Augenhöhe.

Mustafa: Das möchte ich betonen, weil es mich stört, von Erwachsenen wie ein Kind behandelt zu werden. Man wird wirklich auf einer Ebene behandelt und man kann Diskussionen führen.

 

In euren Wahlvorstellungen sagtet ihr, ihr würdet die Zukunft mitgestalten wollen. Glaubt ihr, dass dies machbar ist?

Nadine: Ich denke schon, da die höheren Politiker und Landesvertreter auf uns achten. Wenn wir Ideen haben oder Anträge stellen wollen, wird uns auch direkt geholfen.

Mustafa: Wir haben vom Landkreis 50.000 Euro Jahresbudget bekommen. In den Ausschüssen des Landkreises haben wir Antrags- und Rederecht. Wir sind offizielle Mitglieder. Ich hätte da nie so viel Arbeit reingesteckt, wenn ich befürchten müsste, dass man uns nicht ernst nimmt. Wir sind kein Scheinparlament.

 

Und wie geht es weiter?

Nadine: Wir planen ein Treffen von Jugendparlamenten in Niedersachen, um uns auszutauschen.

Mustafa: Im März haben wir ein Treffen mit den Hannoveranern. Dann werden wir Projekte starten – in der Richtung „Dorf meets City“, sodass man da etwas auf den Weg bringt. Oder – was ich besonders schön finde – es gibt Titel, die sich jede Schule erwerben kann, darunter „Schule ohne Rassismus“. Dafür muss man Workshops mit den Schülern in der Schule machen. Ein Ziel ist es, dass jede weiterführende Schule in Friesland diesen Titel erwirbt. Das sind zwar sehr viele Schulen, aber die Periode geht über drei Jahre. Da kann man das Stück für Stück anfangen.   

Ein weiteres Ziel: Wir haben einen Ausschuss „Kinder- und Jugendrechte“. Die sollen sich dafür einsetzen, dass auf Gemeindeebene auch Jugendparlamente entstehen. Zetel hat zum Beispiel eines. Schortens und Wangerooge ebenso.  Aber Bockhorn, Jever und Wangerland nicht. Diese versuchen wir zu motivieren.

 

Ihr vertretet keine Partei – ihr seid Jugendliche aus ganz verschiedenen Orten. Gibt es dennoch Jugendthemen, die für euch alle relevant sind? Oder gibt es eher kontroverse Diskussionen?  

Nadine: Bei den generellen Zielen sind wir uns schon einig.

Mustafa: Bei Veranstaltungen diskutieren wir manchmal darüber, wen wir einladen und wen nicht, beziehungsweise welche Botschaft wir damit senden. Es ist uns wichtig, parteilich nicht gefärbt zu sein.    

 

Gibt es übergeordnete Ziele des Kreisjugendparlaments?

Nadine: Wir wollen wahrgenommen werden als Kreisjugendparlament. Jetzt haben wir uns Projekte angedacht. Die werden wir konkretisieren und dann umsetzten.

Mustafa: Unser allgemeines Ziel ist es, dass Friesland jugendgerechter wird. Also dass man sich als Jugendlicher hier wohlfühlt und glücklich ist. Ich meine damit, dass das Ländliche nicht zum Städtischen wird und man damit zufrieden ist, was man hat. Wer wegzieht, soll auch gerne wiederkommen. Wir wünschen uns mehr Lebensqualität für Jugendliche und junge Erwachsene.

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